Wir suchen ein paar Möbel!

Es ist immer eine große Freude, wenn es gelingt eine Wohnung für eine Familie zu finden, die bei uns heimisch werden möchte. Das war die Tage wieder der Fall. Nun möchte diese Familie sich natürlich etwas einrichten.

Gesucht werden:

1 Kleiderschrank und 1 Kommode
2 Couch und 1 Couchtisch
Sollten sie das ein oder andere Möbelstück spenden können, würden wir uns über Ihre Rückmeldung freuen:

Kontakt & Terminvereinbarung:

Sabine Schwingeler
schwingeler[at]sz-s.de
Telefon 0172 7 93 36 10

Martina Sawaneh
sawaneh[at]sz-s.de
Telefon 0172 7 93 36 70


Vom Geflüchteten zum Helfer für Geflüchtete

Der junge Mann stürmt in mein Büro und füllt innerhalb von Sekunden den ganzen Raum mit seiner Energie. Wir kommen schnell ins Gespräch, in dem wir uns darüber austauschen, was eine positive Ausstrahlung alles bewirken kann. Wir klären ein paar arbeitstechnische Dinge und schon ist er wieder weg. Ich bleibe etwas erstaunt alleine im Büro sitzen, denn ich weiß in Ansätzen, was er in den letzten Jahren hinter sich gebracht hat. Trotzdem hinterlässt mein neuer junge Kollege ein gutes und optimistisches Gefühl bei mir und ich glaube, dass er für seinen Job genau der Richtige ist. Haydarah’s Arbeitsbereich ist die unterstützende Tätigkeit in der Nachbarschaftsarbeit, speziell im Hinblick auf geflüchtete Menschen. Er war selber einer von ihnen und hilft nun bei dem, was ihm selber gelungen ist – der Integration.

Wir treffen uns ein weiteres Mal. Ich möchte es genauer wissen. „Wie ich nach Deutschland gekommen bin? Ganz normal. Wie alle anderen Flüchtlinge mit dem Flugzeug, Bus, Boot, zu Fuß, Zug, etc. … Aber die richtige Herausforderung begann hier in Deutschland, die neue Kultur, Gesellschaft, Sprache, Lebensart … aber mit der Zeit und einiger Mühe wurde alles einfacher.“ sagt er. – Moment. Ich bleibe hartnäckig. So normal kann das nicht gewesen sein bevor das mit der Gesellschaft und Kultur begann. Und dann erzählt er doch von seinem langen Weg hierher. Haydarah ist Syrer und lebte mit seiner Familie in Damaskus. Mit 18 Jahren hätte er zum Militärdienst gemusst und so wurde seine Flucht die einzige Alternative zum Krieg. Die Flucht kostete sehr viel Geld, was zur Folge hatte, dass er sie ohne Begleitung alleine bewältigen musste. Über den Libanon, die Türkei, Griechenland, Makedonien, Serbien, Ungarn und Österreich kam er nach Deutschland, wo er über München nach Berlin kam. Heute sagt er, dass er so eine Flucht nicht noch einmal machen würde. Die meiste Zeit war er auf sich gestellt, erst ab Serbien fand er zwei weitere Männer mit denen er weiterreisen konnte. Die schlimmste Erinnerung hat er an das Boot, dass sie von der Türkei nach Griechenland brachte. Sie mussten stundenlang bewacht darin sitzend aushalten ohne zu wissen, wie es weiter geht.

Ende August 2015 kam er am Ziel an und zum Glück sagten ihm ein paar Leute, wo er die erste Nacht schlafen konnte. Gleich mit dem zweiten Tag begannen seine Erfahrungen mit dem LaGeSo*, das damals wegen der langen Menschenschlangen in aller Munde war. Auch an diesem Tag standen so viele Geflüchtete an, dass er keinen Termin bekommen konnte. Umsonst gewartet und kein Schlafplatz in Sicht. Wieder hatte er Glück und bekam von den Beamten die Adresse vom KiJuNa – Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftszentrum im Süden Berlins. Dort kam er mit 14 anderen jungen Männern an, wo sie von Veronika Mampel empfangen wurden. Zwei Nächte konnten sie dort bleiben, dann mussten sie erneut zum LaGeSo. Von den 15 Männern konnten drei in Berlin bleiben und die bekamen Hoteltickets für 50 Tage. So sehr sie auch suchten – kein Hotel nahm sie auf. Sie riefen wieder Veronika Mampel an, die ihnen erlaubte vorerst in einer Einrichtung des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. unterzukommen. Auch sie suchte im Folgenden Unterkünfte für die drei jungen Männern, blieb jedoch ebenso erfolglos.

In dieser Zeit standen sie viele Stunden vor dem LaGeSo an. Wenn sie keinen Termin hatten, gingen sie ins KiJuNa um sich die Zeit zu vertreiben. Haydarah erzählt, dass er sich schnell gelangweilt hätte. Im KiJuNa hätte er aber Benni kennengelernt, der dort arbeitete. Mit ihm verstand er sich gut, mit ihm konnte er viel Lachen und fand einen geduldigen Gesprächspartner bei seinen ersten Versuchen sich in Deutsch auszudrücken. Es war ihm von Anfang an klar: Wollte er in diesem Land Fuß fassen, musste er die Sprache so schnell als möglich lernen. Der Kontakt mit Benni brachte ihn zudem auf die Idee Veronika Mampel zu fragen, ob er und seine Mitbewohner nicht ehrenamtlich in KiJuNa helfen könnten. Veronika Mampel leitet die nachbarschaftsübergreifende Arbeit, koordiniert Ehrenamt und Flüchtlingsarbeit des freien sozialen Trägers und hatte so die Möglichkeit eine ehrenamtliche Beschäftigung für die jungen Männer zu finden. Darüber hinaus bekamen die Drei neben der Beschäftigung Kontakt zu Einheimischen und die Möglichkeit ihre Deutschkenntnisse zu erweitern. Parallel besuchten sie Deutschkurse, die im KiJuNa angeboten wurden.

Nach drei/vier Monaten hatte Haydarah es geschafft: Er bekam die Aufenthaltsgenehmigung und damit die Arbeitserlaubnis in Deutschland. Und schließlich gelang V. Mampel, was tatsächlich sehr schwer ist – sie fand eine Wohnung in die Haydarah alleine einziehen konnte. Dieser ganze Prozess war begleitet von Papieren, die ausgefüllt werden mussten. „Vielen Papieren“, sagt Haydarah, und das ist der einzige Punkt in unserem Gespräch, an dem er etwas klagt. Deutschland, deine Formulare. Die Arbeitserlaubnis ermöglichte einen Job als Küchenhilfe und ein Praktikum in einer Unternehmensberatung. Ausbildung war ebenfalls ein gefasster Plan, der sich aber nicht umsetzen ließ. Nach bestandenem B2 Sprachlehrgang hatte er gerade den C1 Lehrgang begonnen, als wieder Veronika Mampel auf ihn zukam und ihm eine Arbeitsstelle im Stadtteilzentrum anbot.

Ich frage ihn, wo er sich selbst in 10 Jahren sieht. Er lacht mich an und sagt, dass es immer anders kommt als man es plant. Das sei eine seiner großen Erfahrungen der letzten Jahre. In Syrien hatte er nach dem Abitur Wirtschaft und Informatik studiert, aber macht heute etwas ganz anderes. Er lässt es auf sich zukommen, würde aber gerne hier in Deutschland bleiben. Als ich ihn frage, woher er seine positive Ausstrahlung hat, antwortet er, dass er das tatsächlich hier erst gelernt hätte. Wenn man drei Monate täglich 12 Stunden warten muss, lernt man Geduld zu haben und gerade in dieser Zeit hätte er sehr viel darüber gelesen, wie man Emotionen und Gefühle in Griff bekommt. Früher sei er viel aggressiver aufgetreten um Stärke zu zeigen. Es hat sich für ihn aber gezeigt, dass er nichts erreicht, wenn er unangenehm oder fordernd auf andere zugeht. Mit einem Lächeln geht es leichter.

Ich habe meinen jungen Kollegen weitere Male im Rahmen der Arbeit getroffen. Dabei hat er immer gelacht und ist auch für jeden Spaß zu haben. Ich gebe mir dabei keine Mühe für ihn verständlich zu sprechen. Er lacht, wenn er etwas falsch ausspricht, lässt aber keine Ruhe, bis er es dann richtig kann. Nicht leicht für jemanden in dessen Muttersprache es kein Ä, Ö oder Ü gibt. Auch manche Buchstaben sind für ihn schwierig, weil sich der Name Benny genauso wie der Laden Penny anhört. Haydarah ist ein sehr gutes Beispiel für jemanden, der flüchten musste und eine gefährliche Reise hinter sich hat, dessen Familie nach wie vor in einem vor Krieg besetzten Land lebt. Der trotzdem hier angekommen ist, sich integriert hat und nun für andere eine große Unterstützung werden kann. Der Zufall hat ihn das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. finden lassen, bei dem er nun einen Beitrag zur Integrationsarbeit des Vereins leisten kann. Besser geht Integration kaum.

Anna Schmidt

 *LaGeSo – Landesamt für Gesundheit und Soziales


Wir suchen: Möbel für eine junge Familie!

Es ist immer eine besondere Freude, wenn es gelingt eine Wohnung für eine junge Familie auf dem Weg zur Integration zu bekommen. Zum ersten Januar sucht das Integrationsbüro deshalb folgende Möbel, damit diese Wohnung schnell eingerichtet und ein gemütliches Zuhause werden kann:

  • 1 Doppelbett
  • 2  Einzelbetten
  • 1 gr Kleiderschrank
  • 2 Kommoden
  • Tisch für 4 – 6 Personen
  • 4-6 Stühle
  • Sofa
  • Wohnzimmertisch
  • Deckenlampen (drei Zimmer, Küche, Flur)
  • Waschmaschine
  • Kühlschrank
  • Geschirr
  • Besteck
  • Töpfe, Pfannen, Back- und Bratformen
  • Bettwäsche, Handtücher
  •  (Fernseher)

Sie können helfen? Dann melden Sie sich bitte bei Sabine Schwingeler, Tel.: 0172 793 36 10 oder Veronika Mampel, Tel.: 0173 234 46 44.

Herzlichen Dank!


Broschüre zu Selbstorganisationen …

… von jungen Migranten und BarCamp-Methodenkit veröffentlicht

Die Fachstelle Perspektiven des Landesjugendring Brandenburg hat zwei neue Publikationen veröffentlicht, die einen Beitrag zur Vielfalt und Demokratie in der Kinder- und Jugendarbeit leisten. Die Broschüre „JUNG, VIELFÄLTIG, AKTIV“ bietet Informationen zu Migrant(inn)enjugendselbstorganisationen und das BarCamp-Methodenkit richtet sich an Haupt- und Ehrenamtliche, die mit Geflüchteten arbeiten.

Den vollständigen Beitrag finden Sie im Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe


Flüchtende Bilder …

Fluchtgeschichten anders erzählt

In den letzten anderthalb Jahren fanden in einer Flüchtlingsunterkunft für Minderjährige wöchentliche Kunstgruppen statt, in denen sich die Geflüchteten kreativ betätigen und gleichzeitig ihre Gedanken und Gefühle ausdrücken konnten.

Die Kunstwerke, die dabei entstanden, sind schlicht außergewöhnlich. Die leitende Kunsttherapeutin Maria Skrzypiec-Eißfeller hat sich, zusammen mit dem Trägerverein der Einrichtung, dem Stadtteilzentrum Steglitz e.V., und den Jugendlichen dazu entschieden, die beeindruckenden Bilder einer möglichst breiten Öffentlichkeit in der .garage berlin zugänglich zu machen.

Wir laden Sie ein, sich diese Ausstellung nicht entgehen zu lassen. 

Ausstellungseröffnung
29.9.2017, um 16:00 Uhr

.garage berlin, Holsteinische Str. 39-40, 12161 Berlin-Friedenau


Einstieg Deutsch – Erstorientierungskurs für Asylbewerberinnen und Asylbewerber

Freie Kurs-Plätze zum sofortigen Einstieg

Zielgruppe des Erstorientierungskurses sind in erster Linie Asylbewerberinnen und Asylbewerber mit guter oder unklarer Bleibeperspektive sowie Asylbewerberinnen und Asylbewerber, die auf einen Platz im Integrationskurs warten. Die Kurse richten sich an Personen, die nicht mehr der allgemeinen Schulpflicht unterliegen und das Mindestalter von 16 Jahren erreicht haben.

Ziel der Kurse ist es, Asylbewerberinnen und Asylbewerber in den alltäglichen Situationen des Lebens in Deutschland zu unterstützen. Sie erlernen hier die notwendigen Begriffe des Alltags, um die Kommunikation mit Behörden, Ärztinnen und Ärzten, der Nachbarschaft zu erleichtern sowie sich in Alltagssituationen (z.B. Einkauf) mitteilen zu können. Zusätzlich werden die Teilnehmenden in die Lage versetzt, sich in ihrer neuen Wohnumgebung eigenständig zu Recht zu finden und somit am gesellschaftlichen Leben im Rahmen der (gesetzlichen) Möglichkeiten teilnehmen zu können. Der Kurs unterstützt die deutsche Willkommenskultur und stärkt die Kompetenzen der Asylbewerberinnen und Asylbewerber.

Kursinhalte: 

  • Alltag in Deutschland
    Arbeit
    Einkaufen
    Gesundheit / Medizinische Vorsorge
    Kindergarten / Schule
    Mediennutzung in Deutschland
    Orientierung vor Ort / Verkehr / Mobilität
    Sitten und Gebräuche

Lernmaterial erhalten Sie von uns! Die Teilnahme am Kurs ist für Interessenten/innen kostenfrei.

Ab sofort bis 10.11.2017 Montag – Freitag, 10.00 – 13.00 Uhr

Stadtteilzentrum Steglitz e.V.

David Oesinghaus
Telefon 030 2 83 27 02
Holsteinische Str. 39-40, 12161 Berlin

Gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung


Neue Schulungen im Konfliktlotsenpool Berlin

Wer sind die KonfliktlotsInnen?

Das Projekt „Konfliktlotsenpool Berlin“ ist eine Entwicklung des Stadtteilzentrums Steglitz e.V. und wird im Rahmen des „Masterplans für Integration und Sicherheit“ des Berliner Senats gefördert. Über ein zentrales Vermittlungsbüro im Stadtteilzentrum erfolgt die berlinweite und kostenlose Vermittlung der KonfliktlotsInnen an Einrichtungen für Geflüchtete oder deren Wohnumfeld.

Unsere KonfliktlotsInnen sind geschulte Ehrenamtliche, die in Konfliktsituationen, aber auch bereits präventiv, Möglichkeiten für Gespräche und Austausch zwischen den Akteuren schaffen und begleiten (z. B. MitarbeiterInnen einer Unterkunft, Ehrenamtliche, BewohnerInnen, AnwohnerInnen). Die Arbeit der KonfliktlotsInnen erfolgt vertraulich.

Die kostenlosen Schulungen (24h Präsenzunterricht und 8h E-Learning) stehen auch hauptamtlichen MitarbeiterInnen offen, die in Unterkünften für Geflüchtete arbeiten und ihre Qualifikationen dann direkt in ihren Einrichtungen einbringen können. Sie verpflichten sich nicht zur Mitarbeit im Konfliktlotsenpool Berlin.

Was sind unsere Ziele?

• Aufbau eines berlinweiten „Konfliktlotsenpools“.

• Ursachenerkennung und -bewältigung.

• Deeskalieren und Betonen von Gemeinsamkeiten.

• Erarbeitung eines Handlungs- bzw. Präventionskonzepts.

• Unterstützung bei Ihrer Arbeit mit Geflüchteten.

Wie werden die Ziele erreicht?

• Individuelle Analyse des Konflikts.

• Moderation und Mediation in Gesprächen.

• Reflektion (bei Bedarf auch in Einzelgesprächen).

• Gemeinsame Erarbeitung einer konstruktiven Lösung.

• Wenn gewünscht, Weiterleitung an professionelle und themenbezogene Beratungsstellen.

Was sind die Inhalte der Schulung?

Gegenstand der insgesamt 24 Stunden Präsenzunterricht und der 8 Stunden E-Learning sind: Einführung in die Rolle des Konfliktlotsen, Asylrecht und weitere rechtliche Aspekte, Kommunikation, Gesprächsführung, Erkennen und Bearbeiten von Krisen, Konfliktmanagement und gewaltfreie Konfliktaustragung, gewaltfreie Kommunikation und Intervention, interkulturelle Kompetenz, Empathiefähigkeit und Perspektivwechsel, Abbau von Vorurteilen, Mediation und Vermittlung. Fallbeispiele und Übungen haben in der Weiterbildung großes Gewicht.

 

Wann sind die nächsten Schulungen?

Oktober

Freitag, 6.10., Samstag, 7.10.,
Freitag, 13.10., Samstag, 14.10.,
Mittwoch, 18.10.

November

Mittwoch, 8.11., Donnerstag, 9.11.,
Mittwoch, 15.11., Donnerstag, 16.11.,
Mittwoch, 22.11., Donnerstag, 23.11.

Dezember

Freitag, 8.12., Samstag, 9.12.,
Freitag, 15.12., Samstag, 16.12.,
Dienstag, 12.12.

Wochentags, jeweils 16.00 – 20.00 Uhr,
Samstags, jeweils 11.00 – 17.00 Uhr.

Schulungsort:

.garage berlin,
Holsteinische Str. 39-40, 12161 Berlin

Ein Anmeldeformular finden Sie auf:

www.konfliktlotsen-berlin.de/konfliktlotsen-fortbildung

 

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!

Bernd Körte-Braun

Projektleitung Konfliktlotsenpool Berlin
Zentrales Vermittlungsbüro
Telefon: 0173 19 54 246, E-Mail: koerte-braun@sz-s.de

www.konfliktlotsen-berlin.de

 

Gefördert durch: