gemeinsame Pressemitteilung der MILaa gGmbH und des Stadtteilzentrum Steglitz e.V.: Willkommen am Ostpreußendamm!

Nach zwei Monaten Bauzeit werden in den nächsten Tagen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner in die Gemeinschaftsunterkunft am Ostpreußendamm 108 einziehen. Die Gemeinschaftsunterkunft wird künftig bis zu 300 Flüchtlingen mit besonderem Schutzbedürfnis ein Zuhause bieten. Es ist eine von sechs Flüchtlingsunterkünften in modularer Bauweise, die vom Senat errichtet wurden.

Wolfgang Keller, Gisela Netzeband und Veronika Mampel freuen sich zusammen mit Bürgermeister Norbert Kopp über die großzügige Geldspende der Firma ALGECO zugunsten der künftigen Flüchtlingsarbeit in der neuen Wohnanlage. © Stadtteilzentrum Steglitz e.V.

Anwohner und Nachbarn konnten sich am 30.8. beim Tag der offenen Tür selbst ein Bild machen: Mitarbeitende der MILaa gGmbH und des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. führten durch die Räume und zeigten das Gelände. Es war eine gute Gelegenheit, sich einen Eindruck von den Lebensbedingungen der zu uns geflüchteten Menschen zu machen. Das große Interesse und die enorme Hilfsbereitschaft, die an die 1000 Besucherinnen und Besucher bekundeten, unterstrichen die Aussage von Gisela Netzeband, Geschäftsführerin der MILaa gGmbH (Miteinander leben aber anders), dass hier ein Haus mit Seele entstanden sei.

In enger Zusammenarbeit mit dem Stadtteilzentrum Steglitz e.V. sowie mit dem Bezirksamt und dem Landesamt für Gesundheit und Soziales wurde dieses Projekt verwirklicht. Betreiber der Einrichtung ist die „MILaa gGmbH“ –  eine Tochter des Ev. Diakonievereins Berlin-Zehlendorf e.V..

Bei der Errichtung der Gemeinschaftsunterkunft wurden die Erfahrungen aus bereits realisierten Containerdörfern einbezogen. Mit vielen Details haben die Modulbaufirma Algeco, die gemeinnützige „MILaa“ als künftige Betreiberin und die Task Force des Bauherrn – das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) – einen wohnlichen Eindruck erreicht. So wurde beispielsweise bei der Außengestaltung darauf geachtet, dass die einzelnen Wohnmodule leicht versetzt sind und mit Pastellfarben in blau, grün und gelb die Fassade farbenfroh, jedoch zurückhaltend gestaltet ist. Im Innern erinnert die Einrichtung an ein Fertighaus. Die drei Etagen der beiden Gebäude werden jeweils über zwei Treppenhäuser innen erschlossen und nicht wie in anderen Einrichtungen über außen am Gebäude angebrachte Treppentürme. Lange Flure wurden vermieden. Licht im inneren spenden ansprechende runde Leuchten. Die Etagen sind farblich unterschiedlich gestaltet, das erleichtert vor allem für Kinder die Orientierung. Es gibt die „grüne Etage“ im Erdgeschoss mit Gemeinschaftsräumen, Spielzimmer, Hausaufgabenzimmer, Beratungs- und Betreuungszimmern und Abstellräumen für Kinderwagen und Sachspenden. In der „blauen Etage“ im ersten Obergeschoss werden vor allem allein reisende Männer untergebracht und in der „gelben Etage“ im zweiten Obergeschoss wird es Zimmer für Familien und Frauen mit Kindern geben. Zudem wird es vier behindertengerechte Wohnräume mit WC für acht Personen geben. Alles wurde nach neuesten ökologischen und energetischen Standards gefertigt. Die Einrichtung ist zunächst für zwei Jahre genehmigt.

Für alle Beteiligten war es eine Herzensangelegenheit das diese Unterkunft anders aussieht als andere. Immerhin werden von den 300 Bewohnern etwa Zwei Drittel, also 200 Menschen sein, die als besonders schutzbedürftig gelten. Dazu zählen alleinstehende Frauen mit Kindern, Behinderte, Schwangere, Homosexuelle und maximal 70 traumatisierte Menschen. Speziell für diese Schutzbedürftigen wurde die Anlage konzipiert. Deshalb wird auch die Betreuung intensiver ausfallen als in anderen Einrichtungen.

Der Betreiber „MILaa“, im Juni 2015 gegründet und eine Tochtergesellschaft des Evangelischen Diakonievereins Berlin-Zehlendorf e.V., und das Stadtteilzentrum Steglitz, das die Nachbarschaftsarbeit gestaltet, richten sich auf die spezielle Klientel ein. „Das Wichtigste ist der Geist, den man in ein Gebäude hineinträgt“, sagt Gisela Netzeband, Geschäftsführerin der MILaa. Wertschätzung und Sinnstiftung seien aus Ihrer Sicht für ein gutes Miteinander wichtig. So soll beispielsweise ein Garten auf dem Grundstück angelegt werden an dem die Flüchtlinge mitarbeiten und selbst etwas anbauen können. Das großzügige Grundstück ermöglicht zudem besondere Angebote für Jugendliche. Die angrenzende „Dirtbahn“ für BMX-Räder und Mountainbikes der Jugendwerkstatt Ostpreußendamm kann von den künftigen Bewohnern mit genutzt werden. Ein Beachvolleyballfeld soll ebenfalls noch angelegt werden.

 

Informationen für die Redaktionen:

Christliche Pflege und menschliche Zuwendung – dafür steht der Evangelische Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V. und seine Schwesternschaft seit 120 Jahren. Die deutschlandweit größte evangelische Schwesternschaft vereint heute etwa 1900 Diakonieschwestern und Krankenpfleger, die bundesweit in rund 80 Kliniken, Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie in Kirchengemeinden hauptsächlich in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege tätig sind. Zudem bildet der Evangelische Diakonieverein jährlich bundesweit rund 500 Schülerinnen und Schüler in der Gesundheits- und Krankenpflege, Kinderkranken- und Altenpflege sowie Hebammen aus. Der Verein gehört der Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband (Evangelisches Werk für Diakonie und Entwicklung e.V.) an und ist außerdem in gliedkirchlichen diakonischen Werken vertreten.

 

Das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. ist der Tradition der internationalen Nachbarschaftsheimbewegung verpflichtet und seit Gründung 1995 für alle Menschen in Berlin Steglitz-Zehlendorf tätig, die soziale Interessen und Bedürfnisse erkennen lassen. Ob in Krisensituationen, Erziehungsfragen oder der Förderung einer einvernehmlichen Nachbarschaft – gemeinsam werden Perspektiven entwickelt und gefördert, die Menschen dort abholt, wo sie es aktuell brauchen und in ihrer Lebenssituation unterstützt. Die Aufgaben des Vereins umfassen in 23 Projekten und Einrichtungen insbesondere die Förderung der Kinder- und Jugendhilfe, der Nachbarschaftshilfe, Stadtteilarbeit, der generationsübergreifenden Begegnung und der Hilfe zur Selbsthilfe. 170 fest angestellte MitarbeiterInnen decken mit ihrer Arbeit ein generationsübergreifendes Spektrum ab, dessen besonderes Merkmal die Kooperation und Vernetzung im Bezirk ist, die eine besondere Bandbreite der Hilfsmöglichkeiten für Menschen eröffnet. 

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: 

Evangelischer Diakonieverein Berlin-Zehlendorf e.V., Melanie Wagner
Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 030 / 80 99 70-15, presse@diakonieverein.de

 

Stadtteilzentrum Steglitz e.V., Veronika Mampel,
Koordination der Flüchtlingsarbeit, Telefon 030 77 20 53 05 + Mobil 0173 2 34 46 44
E-Mail helfen@sz-s.de


One Comment on “gemeinsame Pressemitteilung der MILaa gGmbH und des Stadtteilzentrum Steglitz e.V.: Willkommen am Ostpreußendamm!”

  1. Wir haben uns die Unterkunft am letzten Sonntag auch angeschaut und waren beeindruckt. Ich wünsche allen Beteilgten viel Kraft und Energie, um speziell die traumatisierten Bewohner*innen zu unterstützen, hier anzukommen.

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