„Die schönsten 3 Tage meines Lebens“

Zwischenstation Lichterfelde-Süd

Zwischenstation Lichterfelde-Süd

Am Montag früh bei Morgengrauen sind die 17 Flüchtlinge, die wir seit Freitag abend in Lichterfelde-Süd betreut haben, zum Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) aufgebrochen. Frühes Erscheinen in der Moabiter Turmstraße erhöht die Chancen, dass man noch am selben Tag vorsprechen  und evtl. eine gute und vernünftige Unterbringungsmöglichkeit organisiert werden kann. Dem LaGeSo haben wir mitgeteilt, dass wir diese angenehme Gruppe auch noch weiter beherbergen würden -wir haben alle Namen und die „Registrierungsnummern“ rübergefaxt, damit die Zuweisung unkompliziert erfolgen kann. Hat leider nicht geklappt…… Bis zum späten Nachmittag war man dort nicht in der Lage uns zu sagen, ob denn am Abend noch Flüchtlinge eintreffen werden oder nicht. Den Kolleginnen und Kollegen vom Mittelhof e.V. ging es nicht viel besser: Ebenso wie bei uns, wurden die angebotenen Übernachtungsplätze vom LaGeSo nur sehr zögerlich und im geringen Umfang genutzt. Unverständlich angesichts des enormen Unterbringungsdrucks……

Gegen Abend kam dann doch noch eine kleine dreiköpfige Familie bei uns an – und einer der Syrer, die am Wochenende bei uns untergebracht waren. Da man uns keine Informationen im Vorfeld gegeben hat, waren wir natürlich nicht vorbereitet und  haben wir die vier Menschen dann zu den Kollegen vom Mittelhof gefahren, die selbst auch noch darauf warteten, dass rund 35 angekündigte Flüchtlinge bei ihnen eintreffen……..

Offenbar ist man beim LaGeSo weder in der Lage die Zuweisung angemessen zu organisieren – noch die anstehenden Aufgaben und Jobs mit den richtigen Leuten angemessen  zu kommunizieren. Hier offenbart sich strukturelle Überforderung gepaart mit  Unvermögen  – auf dem Rücken der Flüchtlinge.

Wir stehen im Moment im „stand-by-Modus“. Wenn wir gebraucht werden, wollen wir unser Bestes zum Wohle der geflüchteten Menschen geben und ihnen ein paar angenehme Stunden und Tage in unserem Haus ermöglichen.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen und  mich bei allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und allen Unterstützern, die am Wochenende spontan für die Flüchtlinge da waren, ganz herzlich zu bedanken. Und an dieser Stelle auch mal einen Dank an Toni Mampel, die Samstags und Sonntags von 7.00 bis mindestens 22.30 Uhr in der Einrichtung alles koordiniert und organisiert hat. Ihr habt einen SUPER Job gemacht – und ich hoffe, dass Ihr wieder dabei seid, wenn wir nochmal gebraucht werden (und wahrscheinlich wird es dann wieder so eine kurzfristige Aktion wie am Freitag ;-)) …..

Ich will gar nicht soviel Worte machen. Stattdessen möchte ich den jungen syrischen Mann zitieren, mit dem ich heute kurz sprechen konnte. Er bedankte sich für das Wochenende bei uns mit den Worten:

„Das waren die schönsten 3 Tage meines Lebens.“  VIELEN DANK DAFÜR!

Herzliche Grüße

Thomas Mampel, Geschäftsführer


4 Kommentare on “„Die schönsten 3 Tage meines Lebens“”

  1. Marina Roncoroni sagt:

    ……Was für eine schönere (wenn auch etwas traurige) Bestätigung könnte man bekommen??!!
    Ein riesengroßes Lob gebührt dem Stadtteilzentrum Steglitz und dem Nachbarschaftsheim Mittelhof und ihren UnterstützerInnen für die großartige Leistung, so eine logistische und organisatorische Herausforderung flexibel, schnell, professionell und vor allem mit Menschlichkeit und persönlichem Einsatz super zu meistern.

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  2. TMampel sagt:

    Hat dies auf mampel´s welt rebloggt und kommentierte:

    Vielen Dank an alle UnterstützerInnen….. mal sehen wie es heute weitergeht…..!

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  3. Güssefeld sagt:

    Wie ist die Antinazidemo verlaufen ? und wurden die Flüchtlinge über diese Demos informiert ? Ich würde gerne in den Verteiler aufgenommenwerden meine mailadresse über facebook bitte LG Delia Güssefeld

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  4. […] Menschen aus Syrien…..: “Einer von ihnen soll zum Abschied gesagt haben, dass es die drei schönsten Tage seines Lebens waren. Als ich das gelesen habe, liefen mir die Tränen über die Wangen. Mein Gott, es braucht so […]

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