Ehrenamtliche Unterstützung benötigt

Für verschiedene Aufgaben im Bereich der Arbeit mit Geflüchteten benötigen wir ehrenamtliche Unterstützung.

Hierbei handelt es sich um die Übernahme von Familienpatenschaften, die Unterstützung bei der Wohnungssuche, Begleitung zu Beratungen und Besichtigungen und den Einsatz bei Deutschkursen für Geflüchtete in den Einrichtungen des Stadtteilzentrum Steglitz e.V.

Wenn Sie daran interessiert sind, sich ehrenamtlich in diesem Bereich zu engagieren, wenden Sie sich bitte unter helfen@sz-s.de an uns.

Herzliche Grüße

Ihr #steglitzhilft-Team


Telte feiert musikalisch! #fastfrühling


Ausflug auf die Kuppel vom Reichstag

Vor ziemlich genau anderthalb Jahren begann der ehrenamtliche Einsatz beim SZS: Deutsch im KiJuNa (Kinder- Jugend- und Nachbarschaftszentrum) des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. für Männer. Aus Zeiten mit wechselnder Besetzung ist bis heute eine „Kerngruppe“ geblieben: Vier Eritreer, ein Syrer, zwei ehrenamtliche Deutschlehrer, eine Deutschlehrerin (ich), die sich nach wie vor dienstags bzw. donnerstags im KiJuNa treffen.

Bei „unseren Jungs“, wie wir Lehrer die Teilnehmer liebevoll nennen, waren wir im Januar zum Weihnachts- / Neujahrsessen in der Gemeinschaftsunterkunft am Ostpreussendamm eingeladen. Eritreisches Essen für Eritreer, Syrer, Deutsche. Die zwei Betten des Zimmers von B. und S. als Winkelsofa aufgestellt, ein paar Stühle dazu, eine Tafel aus drei Tischen dazwischen, 9 Leute passten so in die Runde.

Erst landestypisch mit der Hand gegessen, später dann doch noch nach Gabel und Löffel gefragt, als die sehr leckeren Saucen trotz Fladenbrot das Handgelenk erreichten. Als Mitbringsel hatte unser Kollege G., der auch als Stadtführer tätig ist, eine Einladung für alle auf die Reichstagskuppel vorbereitet.

1Am 19. Februar war es dann soweit, G. hatte unsere Teilnehmerliste eingereicht, wir trafen alle uns um Punkt 15 Uhr (bis auf zwei, die um 15:15 Uhr angerannt kamen) mit Ausweisen (bis auf einen, der aber netterweise mit seiner Berlin-Card eingelassen wurde) am Reichstag.

Am Fuße der Kuppel wurde ich Ohrenzeuge, wie S. (aus Eritrea) einen Rundumblick filmte und diesen vertonte mit den Worten: „… und da wohnt M., das ist das Haus von J. (die quadratischen Altbautürme an den Ecken) … und hier ist meine Wohnung (Schwenk auf die Kuppel daselbst).“

 

Die Spirale hoch und wieder runter, viele fachkundigebildschirmfoto-2017-02-22-um-10-08-51 Erläuterungen von unserem Profi wurden mit den Kenntnissen aus dem Orientierungskurs „Leben in Deutschland“ verknüpft, die ungeheuer große Ausdehnung Berlins bestaunt.

Über meinen Mann, der mit seinen 1,93 m Körpergröße oft ein paar Schritte voraus war, sagte J.: „E. hat eine lange Beine.“, ich erwiderte: „Nein, zwei!“. Darüber wurde noch den ganzen Nachmittag gekichert.

Mit einem „Kaffee danach“ im Berlin-Pavillon haben wir den Ausflug abgerundet, dabei gefühlte 40 dieser minikleinen Zuckertütchen verbraucht und sind dann gemeinsam mit der S-Bahn wieder zurück gen Süden.

2In der Bahn fiel unsere sehr gemischte Truppe (Männer aller Altersgruppen und verschiedenster Herkunft plus eine Frau) durchaus auf, die sympathisch lächelnde Sitznachbarin von B. sprach ihn an, und er musste durch das volle Programm durch: „Aus Eritrea … ja, übers Mittelmeer … seit anderthalb Jahren … nein, ohne Familie … nein, nicht Moslem, sondern Christ … ja, er fühlt sich wohl in Deutschland … vielen Dank (auf das Kompliment hin, er spräche ja schon sehr gut Deutsch)“. Man sah ihm an, dass er gleichermaßen angespannt und doch auch stolz war, diesen spontanen Smalltalk gemeistert zu haben.

Nach und nach löste sich dann unsere Gruppe auf den Bahnhöfen Lankwitz, Lichterfelde-Ost und Lichterfelde-Süd für diesen Tag auf.

Zwei Tage später, beim dienstäglichen Kurs, habe ich dann das zum Programm gemacht, was ich selber zu Schulzeiten so sehr gehasst habe: Wir haben mit vereinten Kräften einen Aufsatz über diesen Ausflug geschrieben.

                       Denise Borowy

Denise Borowy ist „Ehrenamtliche der ersten Stunde“. Seit Eröffnung der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete am Ostpreußendamm ist sie mit viel Herz und Engagement im Einsatz. Gemeinsam mit vielen weiteren Ehrenamtlichen unterstützt sie die Arbeit des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. mit Menschen mit Fluchterfahrung. Wir freuen uns, zu sehen, was aus der gemeinsamen Arbeit von Träger, Ehrenamtlichen und BesucherInnen wachsen kann und bedanken uns auch an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich für bisherige Unterstützung und Hilfe so vieler Menschen aus unserem Bezirk und über dessen Grenzen hinaus.  


Die unbegleiteten Begleiteten

unbegleitet_foto-pixabayÜber die Rolle von Eltern im Kontext von unbegleiteten, geflüchteten Minderjährigen

Unabhängig davon wie die persönliche Einstellung zu den eigenen Eltern auch sein mag, wird wohl kaum jemand anzweifeln, dass Eltern die Entwicklung eines Kindes maßgeblich und auch die eines Jugendlichen und letztlich die eines erwachsenen Menschen prägen und beeinflussen.

Besonders schmerzlich wird einem die Bedeutung von Eltern bewusst, wenn man mit jenen Menschen zusammenarbeitet, die kaum oder gar keinen Kontakt mehr zu ihren Eltern haben und bei denen eine Zusammenführung aufgrund der aktuellen politischen Situation in Deutschland und ihrem Heimatland nur schwer oder wohl nie möglich sein wird. Unabhängig davon ob ein Mensch nun 16, 29 oder 42 Jahre alt ist, bleiben Eltern letztlich immer Eltern, eine Rolle mit einer solchen Tragweite im Leben eines Menschen, dass diese nur sehr selten von anderen Menschen übernommen werden kann. (Anmerk.:  Meine Erfahrungen im folgenden Text beziehen sich ausschließlich auf die Arbeit mit geflüchteten Jungen bzw. jungen Männern, da wir in unserer Einrichtung keinerlei Mädchen oder Frauen betreuen und ich mich in diesem Artikel ausschließlich auf meine eigenen Erfahrungen aus meiner täglichen Arbeit stützen möchte.)

Ich werde oft gefragt: „Sind die wirklich den ganzen weiten Weg alleine gekommen? Ohne ihre Eltern?“  Ja und nein.

Den vollständigen Bericht lesen Sie auf www.stadtteilzentrum-steglitz.de


MUF Leonorenstrasse

Am Montag, den 6.2. fand im Willi-Graf-Gymnasium eine Anwohnerinformationsveranstaltung zum geplanten Standort einer Modularen Unterkunft für Flüchtlinge (MUF) in der Leonorenstrasse in Lankwitz statt. Die Präsentation von Herrn Pohlmann, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt ist hier dokumentiert.

muf_ba_steglitz_zehlendorf_ls_20170206


Koffer, Taschen, Umzugskarton – dringende Bitte!

kofferAm kommenden Dienstag, den 7. Februar 2017, wird die Kiriat-Bialik-Sporthalle freigezogen. Die BewohnerInnen können in eigene Unterkünfte umziehen und das Hallenleben ist vorbei.

Dafür benötigen wir dringend und kurzfristig Taschen, Koffer und Umzugskartons.

Wir freuen uns über alle Spenden, die direkt in der Halle abgegeben werden können:

Kiriat-Bialik-Sporthalle
Wedellstraße 57, 12249 Berlin

Ebenso freuen wir uns sehr, wenn Sie unsere Bitte an Freunde und Nachbarn weitersagen können.

Herzlichen Dank und Grüße

vom gesamten Team von #steglitzhilft und dem Stadtteilzentrum Steglitz e.V.


Stille Post, die funktionierte …

e529187d-7f7e-4b2a-a314-90d3266bd78f„Stille Post“ ist bei uns ein Kinderspiel: Die Teilnehmer des Spiels stellen sich in eine Reihe hintereinander auf, flüstern dem Vordermann eine Botschaft ins Ohr, die dieser wiederum an seinen Vordermann weitergibt. Der letzte Teilnehmer der Reihe spricht laut aus, was bei ihm angekommen ist und das hat selten etwas mit der ursprünglichen Nachricht gemeinsam. Was bei uns ein Spiel und als zuverlässige Nachrichtenübermittlung ungeeignet ist, zeigt sich hingegen in anderen Kulturen als zuverlässigen Weg Menschen mit einer Botschaft zu erreichen. Das machten sich Gülbahar Karatoprak und Mahin Deghani zunutze: Sie übermittelten eine Einladung ins KiJuNa in mündlicher Form, was mit 33 Zusagen gedankt wurde.

Gülbahar Karatoprak und Mahin Deghani arbeiten beide in der Notunterkunft Kiriat-Bialik-Sporthalle. Was im November 2015 mit 200 BewohnerInnen begann, wird in der kommenden Woche mit weniger als 50 BewohnerInnen beendet. Die Sporthalle wird freigezogen und ihrer normalen Bestimmung zurückgegeben. Die BewohnerInnen dürfen in neue Unterkünfte einziehen, die eine erhebliche Steigerung ihrer Lebensqualität bedeuten. Gülbahar Karatoprak und Mahin Deghani waren hier lange tätig, die eine als ehrenamtliche Helferin, die andere als Sozialarbeiterin. Doch die Zeit in der Halle prägt: den Träger der Unterkunft, die MitarbeiterInnen, die Menschen in der Halle. Deshalb sollte ein gemeinsamer Nachmittag im KiJuNa – Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftszentrum, den BewohnerInnen noch einmal ermöglichen die gewachsene Gemeinschaft zu erleben. Auf diese Weise erreichte die BewohnerInnen die mündliche Einladung zum gemeinsamen Kochen, Essen und zu Tanz und Musik, zu Gesprächen und Abwechslung.

Gülbahar Karatoprak und Mahin Deghani kamen gegen 15.00 Uhr mit den ersten BewohnerInnen und nahmen sofort die Küche der Einrichtung in Beschlag. Es wurde gemeinsam geschnippelt, gekocht, Tische gedeckt und dekoriert. Nach und nach kamen weitere BewohnerInnen, so dass später tatsächlich 30 Gäste im Haus waren. Jeder half auf seine Weise und was ganz besonders schön war: In der Küche kochten Afghanen, Syrer, Iraner und Iraker zusammen, sowohl Frauen als auch Männer. Es lief sehr harmonisch ab und schon während des Kochens wurde bereits abgewaschen und gewischt. Die Musikabsprache zwischen den BewohnerInnen funktionierte wunderbar und so hörte man abwechselnd arabische und afghanische Musik. Die Kinder durften im Kinder- und Jugendbereich des KiJuNas spielen, so waren auch sie beschäftigt und glücklich. Nach dem Essen der unterschiedlichsten Gerichte wurde geplauscht, gelacht und getanzt. Auch hier sah man auf der Tanzfläche einen Mix der Geschlechter und Nationalitäten. An der anschließenden Putzaktion haben sich sehr viele Bewohner beteiligt und gegen 21.00 Uhr gingen alle geschafft aber glücklich nach Hause.

Begleitet, vorbereitet und organisiert wurde der Nachmittag von Veronika Mampel und Martina Sawaneh. Veronika Mampel leitet das Integrationsbüro Steglitz, dessen Mitarbeiterin Martina Sawaneh ist. Martina Sawaneh sieht an diesem Nachmittag die Erfahrungen bestätigt, die sie mit ihrer Kollegin Sabine Schwingeler jeden Tag in der Arbeit des Integrationsbüros macht. Einheimische Menschen möchten einen Flyer, schriftliches Informationsmaterial. Die Menschen, die im Integrationsbüro Unterstützung suchen, kommen, weil sie beide Frauen persönlich oder auf der Jobbörse kennengelernt haben. Ein anderer Weg ist die Empfehlung eines Freundes, der schon positive Erfahrung mit dem Büro gemacht hat. Die Menschen an dem Nachmittag im KuJuNa kamen auf mündliche Empfehlung der MitarbeiterInnen. Vielleicht könnten auch wir Einheimische ein wenig durch die Integration fremder Menschen lernen: Der persönliche Weg zwischen alten und neuen Nachbarn gestaltet sich meist sehr positiv für beide Seiten. Die Menschen aus der Halle werden, wenn sie ihre neuen Unterkünfte bezogen haben, diese positiven Erfahrungen aus Steglitz mitnehmen und sicherlich dem ein oder anderen, wiederum ihre persönliche Empfehlung mitgeben.

Anna Schmidt

Veronika Mampel
Leitung des Integrationsbüros
E-Mail: integrationsbuero@sz-s.de

Nachbarschafts- + generationsübergreifende
Arbeit, Koordination Flüchtlingsarbeit + Ehrenamt
E-Mail v.mampel@sz-s.de, Telefon 0173 2 34 46 44
Termine nach Vereinbarung

Kontakt & Terminvereinbarung:

Sabine Schwingeler, Telefon 0172 7 93 36 10
Martina Sawaneh, Telefon 0172 7 93 36 70

Öffnungszeiten
Montag, Mittwoch, Freitag, 10.00 – 16.00 Uhr
Dienstag + Donnerstag, 10.00 – 18.00 Uhr

Integrationsbüro Steglitz
Lankwitzer Straße 13 – 17, Haus G, Tor 3,
12209 Berlin