Ein erster Eindruck – GU Leonorenstraße

Seit dem 1. April wird die Gemeinschaftsunterkunft in der Leonorenstraße in Lankwitz vom Stadtteilzentrum Steglitz e.V. betrieben. Drei Häuserblöcke mit insgesamt 449 Plätzen und ein Verwaltungsgebäude gibt es auf dem weitläufigen Gelände. Ein kleiner Spielplatz, eine Tischtennisplatte, ein Basketballkorb und schöne Tischgruppen aus Holz, wo die Bewohner draußen sitzen können, laden ein zum Spielen oder Austausch.

Das erste Event, ein Tag der offenen Tür, gab es schon am 4. April. Hier waren alle eingeladen, die sich für das Projekt interessieren – Politiker, Nachbarn, Institutionen und Einrichtungen aus dem Bezirk. Bis Ende Mai erwarteten wir eine Vielzahl von Bewohnern. Auch jetzt kommen noch viele neue Bewohner an. Dann kann der genaue Bedarf an Unterstützungsmaßnahmen ermittelt werden.

Eines ist jetzt schon klar: Benötigt werden mehr Sprachmittler als uns bisher zur Verfügung stehen. Die Begleitung zu Ärzten, Behörden und sonstigen Terminen wird weiterhin eine wichtige Unterstützungsmaßnahme für unsere Bewohner*innen sein. Dennoch muss man sagen, dass schon viele Gänge alleine bewältigt werden.

Einige Projekte und Aktivitäten sind angedacht und sollen innerhalb der Einrichtung stattfinden. Hierzu gehört eine Fahrradwerkstatt, die nicht nur für die Bewohner*innen gedacht ist. Auch die Nachbarschaft soll hier ihre Räder unter Anleitung reparieren können. Die Räume und das Werkzeug werden zur Verfügung gestellt und Bewohner*innen werden geschult, um zu unterstützen.

Das zweite Projekt wird eine Garten- und Gemüse-AG sein. Hier sollen Hochbeete in Zusammenarbeit mir den Bewohner*innen entstehen und Gemüse selbst angepflanzt und für den Eigenbedarf geerntet werden.

Hausaufgabenbetreuung wird ebenfalls stattfinden.

Damit eine Integration gut gelingen kann, bedarf es Gelegenheiten Deutsch zu sprechen und Kontakte zu Nachbarn zu knüpfen. Dazu brauchen wir Menschen, die geflüchtete Familien oder Einzelpersonen einfach mal mitnehmen zu Veranstaltungen, zum Fußballspielen auf der Wiese, ins Schwimmbad oder Museum.

Bei Fragen und/oder Anregungen stehe ich gerne zur Verfügung.

Martina Riester
Ehrenamtskoordinatorin
E-Mail: m.riester[at]sz-s.de
Telefon Mobil: 0157 58 25 65 83

 

 

 

#steglitzhilft … Update und aktueller Stand

„Die Aktivitäten des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. umfassen insbesondere die Förderung der Kinder- und Jugendhilfe, der Nachbarschaftshilfe und Stadtteilarbeit, der generationsübergreifenden Begegnung und der Hilfe zur Selbsthilfe. Wir sind tätig für alle Menschen und Organisationen vornehmlich in Berlin Steglitz-Zehlendorf, die unsere Unterstützung oder Mitarbeit wünschen, sowie jene, die persönliche oder soziale Interessen und Bedürfnisse erkennen lassen.“ Diese Sätze aus dem Leitbild des Stadtteilzentrums zeigen unser Selbstverständnis alle Menschen im Bezirk in unsere Arbeit und Angebote einzubeziehen, gleich welcher Herkunft, Religion, Hautfarbe oder anderer Unterscheidungsmerkmalen. Nach der großen Fluchtwelle 2014/2015 kam für uns die Flüchtlingsarbeit hinzu, die sich über die Jahre in die Integrationsarbeit gewandelt hat, und heute aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken ist.

Wir möchten hier einen Überblick über alle Aktivitäten geben, zu denen wir Einheimische und zugezogene Menschen gleichermaßen einladen. Im Täglichen zeigt sich für uns wie bereichernd das Miteinander sein kann. Mehrere Menschen, die 2014 zu uns kamen, gehören heute zu unseren KollegInnen. Und auch aus den Gruppen, Kursen und vielen Veranstaltungen sind Menschen mit Migrationshintergrund nicht mehr wegzudenken sowie eine Bereicherung für uns persönlich.

Erzählen Sie anderen von unseren Angeboten. Machen Sie selber mit. Unsere Türen stehen offen. Wir freuen uns, dass die Integrationsarbeit Bestandteil und Selbstverständlichkeit geworden ist.

Kieztreffpunkt, Celsiusstraße 60, 12207 Berlin:

Die Nachbarschaftseinrichtung Kieztreff liegt in Lichterfelde-Süd und ist für alle Anwohner ein Ort der Begegnung und Kommunikation. Die Besucher sind ein Abbild der Bevölkerung im Kiez und somit ist es ein multi-kultureller Ort geworden. Hier fühlen sich die türkischen, arabischen, baltischen und natürlich auch die deutschen Anwohner herzlich willkommen.

Im Kieztreff gibt es dienstags von 14.00 – 16.00 Uhr ein Sprachcafé. Dort finden sich Ehrenamtliche zusammen, die gemeinsam mit Geflüchteten die deutsche Sprache lernen. Im lockeren Gespräch und entspannter Atmosphäre lernen Geflüchtete und Einheimische bekommen einen Einblick in fremde Kulturen.

Montags und donnerstags gibt es von 15.00-17.00 Uhr eine allgemeine Beratung, auf Anfrage auch zu anderen Terminen. Martina Sawaneh, Projektleiterin im Kieztreff, gehe auf die speziellen Fragestellungen der Ratsuchenden ein.

Mo., Di., Do., und Fr. von 10.00-13.00 Uhr bieten wir im Kieztreff ein geselliges, gemeinsames Frühstück für alle Besucher an. Von 13.00 -17.00 Uhr ist bei uns Kaffee und Kuchenzeit für jeden der Lust und Zeit hat.

Mittwochs von 9.30-11.30 Uhr gibt es eine Malwerkstatt, die für alle offen steht, die Lust an Kreativität haben. Jeder kann nach seinen Interessen, seiner bevorzugten Maltechnik über, malen, zeichnen und sich mit anderen über Geschaffenes austauschen.

Jeden 1. Donnerstag im Monat von 17.-20.00 Uhr findet eine Polizeisprechstunde statt. Seit Jahren ein gutes Format, dass sich den Befürchtungen, Ängsten und Sorgen der Anwohner annimmt.

Zwei- bis dreimal mal im Jahr machen wir gemeinsame Ausflüge und es finden unterschiedliche Veranstaltungen wie Sommerfest oder Weihnachtsbasar statt.

Der Kieztreff zeichnet sich besonders durch eine lebendige Nachbarschaft und ein multikulturelles, menschliches Miteinander aus. Werden Sie ein Teil davon!

Info/Kontakt:
Martina Sawaneh
E-Mail m.sawaneh[at]sz-s.de, Telefon 0173 58 37 27 3

Gutshaus Lichterfelde, Hindenburgdamm 28, 12203 Berlin:

1999 übernahm das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. (damalig Nachbarschaftsverein Lankwitz e.V.) die Verantwortung für das Gutshaus Lichterfelde und die Kindertagesstätte. Seitdem steht es der generationsübergreifenden und gemeinwesenorientierten Arbeit des sozialen Trägers zur Verfügung. Besonders malerisch im schönen Schlosspark Lichterfelde gelegen, ist das Haus ein Ort für Menschen aller Art, bietet Ruhe, Erholung, Ansprache und Abwechslung.

Das Gutshaus ist montags – freitags, von 9.00 – 19.00 Uhr geöffnet. Genauso wie im Kieztreffpunkt kann man hier in der Woche frühstücken und am Nachmittag ein Stück selbst gebackenen Kuchen genießen. Auch hier wird die soziale Beratung dienstags, mittwochs und freitags von 14.00 – 16.00 Uhr und auf Anfrage angeboten.

Montags treffen sich malfreudige Damen um gemeinsam ihrem Hobby, dem Malen nach zu gehen. In der Zeit von 9.30 – 12.00 Uhr kann jeder, der Spaß an Kreativität hat, teilnehmen. Von 12.30 -16.30 Uhr treffen sich montags die KartenspielerInnen und spielen Canasta. Abends von 18.30 – 21.00 Uhr bieten die Guttempler (anonyme Alkoholiker) Beratung für Menschen mit Alkoholproblemen und deren Angehörige an.

Dienstag, von 18.30 – 21.00 Uhr wird Meditation + Stärkung angeboten. Von 17.00 – 18.00 Uhr gibt es eine kostenfreie Rechtsberatung zu den Themen Familienrecht, Asylrecht und Sozialrecht. Termine müssen vorher unter der 84 41 10 40 gemacht werden, was sicherstellt, dass Sie auch wirklich Gehör finden.

Etwa alle 6 Wochen findet dienstags von 18.30 – 20.00 Uhr der Runde Tisch Lichterfelde-West statt. Anwohner, Nachbarn und jeder, der in seinem Umfeld etwas vorschlagen oder verändern möchte, kann an diesem Abend seine Belange und Wünsche vortragen. Der Runde Tisch ermöglicht durch seine SprecherInnen einen kurzen Weg in die Verwaltung und zu den Stadträten des Bezirks. Es konnte schon viel erreicht werden. Die Termine sind auf der Homepage des Stadtteilzentrum zu finden.

Jeden 1. Mittwoch im Monat von 14.30 – 17.30 Uhr treffen sich die Gruppe für Menschen mit chronischen Schmerzen.  Jeden 1. + 3. Mittwoch im Monat, ab 19.30 Uhr, finden Giras statt.

14-tägig donnerstags, 16.00-18.00 Uhr, bietet sich die kostenfreie Rechtsberatung zu Themen Mietrecht, Arbeitsrecht und allgemeines Zivilrecht an. Auch dafür bitte Termine unter der Nummer 030 84 41 10 40 vereinbaren.

Freitags, von 11.00-13.30 Uhr, treffen sich tanzfreudige Menschen um gemeinsam Kreistänze zu tanzen. Und wie im Kieztreff findet freitags 14.00-17.00 das Sprachcafé statt. Ab 16.00 Uhr gibt es das Elterncafé: Eltern bieten Kaffee und Kuchen an und es gibt ein vielfältiges Angebot für die Kinder. Jeder ist jederzeit herzlich willkommen.

Im Gutshaus Lichterfelde werden über das Jahr vielfältige Veranstaltung, wie zum Beispiel Lesungen, gemeinsame Grillnachmittage, Gesellschaftsspiele oder Vorträge angeboten. Schauen Sie auf unsere Homepage oder kommen Sie im Nachbarschaftscafé vorbei und achten Sie auf die Aushänge.

Am 22.6.19 von 12.00-18.00 Uhr findet in diesem Jahr der 6. Kunstmarkt der Generationen statt. Gleichzeitig feiern wir 20 Jahre Nachbarschaftsarbeit und das Bestehen der Kita Schlosskobolde.

Alle Angebote des Gutshaus Lichterfelde stehen allen Menschen offen. Und wenn Sie kein spezielles Angebot besuchen möchten, im Nachbarschaftscafé ist für jeden Platz.

Info/Kontakt:
Manuela Kolinski
E-Mail kolinski[at]sz-s.de, Telefon 030 84 41 10 40

Integrationsbüro Steglitz, c/o Seniorenzentrum Scheelestraße, Scheelestraße 109/111, 12209 Berlin:

Das Integrationsbüro Steglitz versorgt Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund aus unserem Stadtteil mit Information, Beratung und Hilfe zur Selbsthilfe in allen Fragen des alltäglichen Lebens. Wir beraten, unterstützen und möchten Perspektiven geben: Wie finde ich Sprachkurse, eine Wohnung und Arbeit? Wie finde ich einen Kita- und Schulplatz? Was brauche ich zum Studium oder zur Ausbildung? Auch Einheimischen steht das Integrationsbüro in allen Frage der Integration offen.

Wir geben Informationen über die Dienstleistungen der Behörden, Unterstützungsangebote für Frauen, Familien, Kinder, Jugendliche und Senioren und schlicht über das Leben in unserem Stadtteil mit den vielen Angeboten der Initiativen, Vereinen und der Nachbarschaftshäuser.

Info/Kontakt:
Veronika Mampel
Leitung des Integrationsbüros, Nachbarschafts- + generationsübergreifende Arbeit, Koordination Flüchtlingsarbeit + Ehrenamt.
E-Mail: v.mampel[at]sz-s.de, Telefon 0173 2 34 46 44.
Termine nach Vereinbarung integrationsbuero[at]sz-s.de

Kontakt & Terminvereinbarung:
Christiane Butler
E-Mail: butler[at]sz-s.de, Telefon 0172 7 93 36 10

Beratungszeiten:
Mo. + Di., 12.00 – 18.00 Uhr
Mi. + Do., 8.00 – 12.00 Uhr

Wohnungsrecherche – wie geht das?

Eine Wohnung wird gesucht, aber eine zu finden ist nicht sehr leicht. Zu viele Komponenten müssen passen, sehr viele Unterlagen vorgelegt werden, mal abgesehen davon, ob man überhaupt eine findet. Das ist für Einheimische schon nicht leicht. Wie fühlt sich dann ein neuer Mitbürger, der diese Suche beginnt.

Dafür haben wir hier eine Anleitung zusammen gestellt, was man für Unterlagen braucht, was darf eine Wohnung kosten, wie kann ich sinnvoll suchen … und einiges mehr.

Wohnungsrecherche

Vom Geflüchteten zum Helfer für Geflüchtete

Der junge Mann stürmt in mein Büro und füllt innerhalb von Sekunden den ganzen Raum mit seiner Energie. Wir kommen schnell ins Gespräch, in dem wir uns darüber austauschen, was eine positive Ausstrahlung alles bewirken kann. Wir klären ein paar arbeitstechnische Dinge und schon ist er wieder weg. Ich bleibe etwas erstaunt alleine im Büro sitzen, denn ich weiß in Ansätzen, was er in den letzten Jahren hinter sich gebracht hat. Trotzdem hinterlässt mein neuer junge Kollege ein gutes und optimistisches Gefühl bei mir und ich glaube, dass er für seinen Job genau der Richtige ist. Haydarah’s Arbeitsbereich ist die unterstützende Tätigkeit in der Nachbarschaftsarbeit, speziell im Hinblick auf geflüchtete Menschen. Er war selber einer von ihnen und hilft nun bei dem, was ihm selber gelungen ist – der Integration.

Wir treffen uns ein weiteres Mal. Ich möchte es genauer wissen. „Wie ich nach Deutschland gekommen bin? Ganz normal. Wie alle anderen Flüchtlinge mit dem Flugzeug, Bus, Boot, zu Fuß, Zug, etc. … Aber die richtige Herausforderung begann hier in Deutschland, die neue Kultur, Gesellschaft, Sprache, Lebensart … aber mit der Zeit und einiger Mühe wurde alles einfacher.“ sagt er. – Moment. Ich bleibe hartnäckig. So normal kann das nicht gewesen sein bevor das mit der Gesellschaft und Kultur begann. Und dann erzählt er doch von seinem langen Weg hierher. Haydarah ist Syrer und lebte mit seiner Familie in Damaskus. Mit 18 Jahren hätte er zum Militärdienst gemusst und so wurde seine Flucht die einzige Alternative zum Krieg. Die Flucht kostete sehr viel Geld, was zur Folge hatte, dass er sie ohne Begleitung alleine bewältigen musste. Über den Libanon, die Türkei, Griechenland, Makedonien, Serbien, Ungarn und Österreich kam er nach Deutschland, wo er über München nach Berlin kam. Heute sagt er, dass er so eine Flucht nicht noch einmal machen würde. Die meiste Zeit war er auf sich gestellt, erst ab Serbien fand er zwei weitere Männer mit denen er weiterreisen konnte. Die schlimmste Erinnerung hat er an das Boot, dass sie von der Türkei nach Griechenland brachte. Sie mussten stundenlang bewacht darin sitzend aushalten ohne zu wissen, wie es weiter geht.

Ende August 2015 kam er am Ziel an und zum Glück sagten ihm ein paar Leute, wo er die erste Nacht schlafen konnte. Gleich mit dem zweiten Tag begannen seine Erfahrungen mit dem LaGeSo*, das damals wegen der langen Menschenschlangen in aller Munde war. Auch an diesem Tag standen so viele Geflüchtete an, dass er keinen Termin bekommen konnte. Umsonst gewartet und kein Schlafplatz in Sicht. Wieder hatte er Glück und bekam von den Beamten die Adresse vom KiJuNa – Kinder-, Jugend- und Nachbarschaftszentrum im Süden Berlins. Dort kam er mit 14 anderen jungen Männern an, wo sie von Veronika Mampel empfangen wurden. Zwei Nächte konnten sie dort bleiben, dann mussten sie erneut zum LaGeSo. Von den 15 Männern konnten drei in Berlin bleiben und die bekamen Hoteltickets für 50 Tage. So sehr sie auch suchten – kein Hotel nahm sie auf. Sie riefen wieder Veronika Mampel an, die ihnen erlaubte vorerst in einer Einrichtung des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. unterzukommen. Auch sie suchte im Folgenden Unterkünfte für die drei jungen Männern, blieb jedoch ebenso erfolglos.

In dieser Zeit standen sie viele Stunden vor dem LaGeSo an. Wenn sie keinen Termin hatten, gingen sie ins KiJuNa um sich die Zeit zu vertreiben. Haydarah erzählt, dass er sich schnell gelangweilt hätte. Im KiJuNa hätte er aber Benni kennengelernt, der dort arbeitete. Mit ihm verstand er sich gut, mit ihm konnte er viel Lachen und fand einen geduldigen Gesprächspartner bei seinen ersten Versuchen sich in Deutsch auszudrücken. Es war ihm von Anfang an klar: Wollte er in diesem Land Fuß fassen, musste er die Sprache so schnell als möglich lernen. Der Kontakt mit Benni brachte ihn zudem auf die Idee Veronika Mampel zu fragen, ob er und seine Mitbewohner nicht ehrenamtlich in KiJuNa helfen könnten. Veronika Mampel leitet die nachbarschaftsübergreifende Arbeit, koordiniert Ehrenamt und Flüchtlingsarbeit des freien sozialen Trägers und hatte so die Möglichkeit eine ehrenamtliche Beschäftigung für die jungen Männer zu finden. Darüber hinaus bekamen die Drei neben der Beschäftigung Kontakt zu Einheimischen und die Möglichkeit ihre Deutschkenntnisse zu erweitern. Parallel besuchten sie Deutschkurse, die im KiJuNa angeboten wurden.

Nach drei/vier Monaten hatte Haydarah es geschafft: Er bekam die Aufenthaltsgenehmigung und damit die Arbeitserlaubnis in Deutschland. Und schließlich gelang V. Mampel, was tatsächlich sehr schwer ist – sie fand eine Wohnung in die Haydarah alleine einziehen konnte. Dieser ganze Prozess war begleitet von Papieren, die ausgefüllt werden mussten. „Vielen Papieren“, sagt Haydarah, und das ist der einzige Punkt in unserem Gespräch, an dem er etwas klagt. Deutschland, deine Formulare. Die Arbeitserlaubnis ermöglichte einen Job als Küchenhilfe und ein Praktikum in einer Unternehmensberatung. Ausbildung war ebenfalls ein gefasster Plan, der sich aber nicht umsetzen ließ. Nach bestandenem B2 Sprachlehrgang hatte er gerade den C1 Lehrgang begonnen, als wieder Veronika Mampel auf ihn zukam und ihm eine Arbeitsstelle im Stadtteilzentrum anbot.

Ich frage ihn, wo er sich selbst in 10 Jahren sieht. Er lacht mich an und sagt, dass es immer anders kommt als man es plant. Das sei eine seiner großen Erfahrungen der letzten Jahre. In Syrien hatte er nach dem Abitur Wirtschaft und Informatik studiert, aber macht heute etwas ganz anderes. Er lässt es auf sich zukommen, würde aber gerne hier in Deutschland bleiben. Als ich ihn frage, woher er seine positive Ausstrahlung hat, antwortet er, dass er das tatsächlich hier erst gelernt hätte. Wenn man drei Monate täglich 12 Stunden warten muss, lernt man Geduld zu haben und gerade in dieser Zeit hätte er sehr viel darüber gelesen, wie man Emotionen und Gefühle in Griff bekommt. Früher sei er viel aggressiver aufgetreten um Stärke zu zeigen. Es hat sich für ihn aber gezeigt, dass er nichts erreicht, wenn er unangenehm oder fordernd auf andere zugeht. Mit einem Lächeln geht es leichter.

Ich habe meinen jungen Kollegen weitere Male im Rahmen der Arbeit getroffen. Dabei hat er immer gelacht und ist auch für jeden Spaß zu haben. Ich gebe mir dabei keine Mühe für ihn verständlich zu sprechen. Er lacht, wenn er etwas falsch ausspricht, lässt aber keine Ruhe, bis er es dann richtig kann. Nicht leicht für jemanden in dessen Muttersprache es kein Ä, Ö oder Ü gibt. Auch manche Buchstaben sind für ihn schwierig, weil sich der Name Benny genauso wie der Laden Penny anhört. Haydarah ist ein sehr gutes Beispiel für jemanden, der flüchten musste und eine gefährliche Reise hinter sich hat, dessen Familie nach wie vor in einem vor Krieg besetzten Land lebt. Der trotzdem hier angekommen ist, sich integriert hat und nun für andere eine große Unterstützung werden kann. Der Zufall hat ihn das Stadtteilzentrum Steglitz e.V. finden lassen, bei dem er nun einen Beitrag zur Integrationsarbeit des Vereins leisten kann. Besser geht Integration kaum.

Anna Schmidt

 *LaGeSo – Landesamt für Gesundheit und Soziales

Wir suchen: Möbel für eine junge Familie!

Es ist immer eine besondere Freude, wenn es gelingt eine Wohnung für eine junge Familie auf dem Weg zur Integration zu bekommen. Zum ersten Januar sucht das Integrationsbüro deshalb folgende Möbel, damit diese Wohnung schnell eingerichtet und ein gemütliches Zuhause werden kann:

  • 1 Doppelbett
  • 2  Einzelbetten
  • 1 gr Kleiderschrank
  • 2 Kommoden
  • Tisch für 4 – 6 Personen
  • 4-6 Stühle
  • Sofa
  • Wohnzimmertisch
  • Deckenlampen (drei Zimmer, Küche, Flur)
  • Waschmaschine
  • Kühlschrank
  • Geschirr
  • Besteck
  • Töpfe, Pfannen, Back- und Bratformen
  • Bettwäsche, Handtücher
  •  (Fernseher)

Sie können helfen? Dann melden Sie sich bitte bei Sabine Schwingeler, Tel.: 0172 793 36 10 oder Veronika Mampel, Tel.: 0173 234 46 44.

Herzlichen Dank!

News aus der Arbeit mit Geflüchteten

Ab sofort berichten wir regelmäßig in Form eines Newsletters über Aktuelles aus dem Bereich der Arbeit mit Geflüchteten des Stadtteilzentrum Steglitz e.V. Zukünftig werden wir Ihnen auch die Möglichkeit bieten, den Newsletter zu abonnieren, so dass Sie die aktuellen Information regelmäßig bequem als E-Mail zugesendet bekommen. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

Zum Newsletter geht’s hier!

Broschüre zu Selbstorganisationen …

… von jungen Migranten und BarCamp-Methodenkit veröffentlicht

Die Fachstelle Perspektiven des Landesjugendring Brandenburg hat zwei neue Publikationen veröffentlicht, die einen Beitrag zur Vielfalt und Demokratie in der Kinder- und Jugendarbeit leisten. Die Broschüre „JUNG, VIELFÄLTIG, AKTIV“ bietet Informationen zu Migrant(inn)enjugendselbstorganisationen und das BarCamp-Methodenkit richtet sich an Haupt- und Ehrenamtliche, die mit Geflüchteten arbeiten.

Den vollständigen Beitrag finden Sie im Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe